Sophia Lösche: Tötung im Affekt – oder Vertuschungsmord?

Eine Verurteilung wegen Tötung im Affekt im Sophia-Prozess vor dem Landgericht Bayreuth könnte möglicherweise ausscheiden. Darauf spekuliert nämlich die Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft will den marokkanischen LKW-Fahrer aber wegen Mordes drankriegen. Er soll Sophia ermordet haben, um einen sexuellen Übergriff zu vertuschen.

Der vorsitzende Richter Bernhard Heim hat angekündigt, die Tat auf dem Rastplatz Sperbes könne auch dann als Vertuschungsmord gewertet werden, wenn es zu keiner sexuellen Tat zuvor gekommen war. Der Angeklagte hatte ausgesagt auf die Studentin nach einem Streit mehrere Male mit einem Werkzeug eingeschlagen zu haben. Anschließend habe er den Laster für kurze Zeit verlassen. Bei seiner Rückkehr habe er nochmals auf sein Opfer eingeschlagen. Die zweiten Schläge könnten als Vertuschung der vorhergehenden Attacke in Betracht gezogen werden. Für eine Tötung im Affekt gilt ein geringeres Strafmaß.

Anfang September werden die Plädoyers gesprochen. Ein Urteil wird für den 18. September erwartet.

stk