Dieter Reiter (r, SPD), Oberbürgermeister von München, und Markus Soeder (CSU), Ministerpräsident von Bayern., © Sven Hoppe/dpa

Söder: «Verbotsdiskussion nervt»

Für Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist das Oktoberfest ein «Fest von Freude und Freiheit». «Es soll jeder anziehen, was er will, es soll jeder essen, was er will», sagte er kurz nach dem Wiesn-Anstich am Samstag. «Wer Veganes will, der kann Radi essen rauf und runter, wird glücklich sein. Ich werde ein Hendl essen.»

Er sei außerdem dafür, «dass es keine Verbote von Liedern gibt». Zuvor war wochenlang diskutiert worden, ob der Schlager «Layla», um den es eine Sexismus-Debatte gab, auf der Wiesn gespielt werden soll oder nicht. «Jeder soll singen können, was er will», sagte Söder, der sich mehrfach ähnlich äußerte am Anstichstag – und dafür im Festzelt nach anfangs deutlichen Buhrufen laut bejubelt wurde.

«Wir haben so schwere Zeiten hinter und, ich befürchte, noch so schwere vor uns. Umso wichtiger ist es dann, Kraft zu tanken», sagte der CSU-Chef. Das gehöre einfach dazu. «Wir können uns ja nicht aussuchen, in welcher Zeit wir feiern.»

Tierschutzaktivisten, die zuvor versucht hatten, den Einzug der Wiesn-Wirte auf das Festgelände zu stören, warf er Spielverderberei vor: «Es gibt immer jemanden, der den Spaß verderben will», sagte Söder und betonte: «Diese ganze Verbotsdiskussion, die nervt. Wokeness mag interessant sein, aber wenn sie übertrieben ist, dann ist sie spießig, und die Wiesn ist alles, nur nicht spießig.»