Markus Söder (5.v.l., CSU), nimmt an der öffentlichen Trauermesse teil., © Michael Kappeler/dpa

Söder: Benedikt XVI. war Philosoph «und halt Bayer»

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat nach der Trauermesse für Papst Benedikt XVI. dessen «große, beeindruckende Lebensleistung» gewürdigt. «Er war nicht nur einer der bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts, er war ein Philosoph, ein Intellektueller – und er war halt Bayer», sagte Söder am Donnerstag in Rom. Es sei «kein einfaches Pontifikat» gewesen. Aber mit seinem Rücktritt 2013 habe Benedikt «Wege eröffnet in der katholischen Kirche, die vorher nicht denkbar waren». Die Anteilnahme an seinem Tod sei nicht nur «formal». «Er wird viel herzlicher in Erinnerung bleiben, als die meisten denken», sagte Söder.

Dem Bayerischen Rundfunk sagte der CSU-Chef: «Er war unser Papst, so haben wir das empfunden. Er hat immer gesagt, er trägt Bayern in seinem Herzen.» Bei Begegnungen sei seine erste Frage stets gewesen: «Was gibt’s Neues aus Bayern.» Und bei Mitbringseln seien auch «nicht Bilder oder Kerzen» gefragt gewesen, «sondern ein Geschenkkorb aus Bayern mit Weißwürsten und Weißbier».

Die Präsidentin des bayerischen Landtags, Ilse Aigner (CSU), nannte Ratzinger im BR einen «wirklich herausragenden Theologen» und das Requiem für ihn «besonders bewegend». Er sei «tief mit der bayerischen Heimat verbunden» gewesen. «Das war seine Herzensheimat.» Die gemeinsame, oberbayerische Herkunft habe «geholfen, das ein oder andere zu überbrücken», sagte der frühere Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück.