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Ruf nach teilweiser Erhaltung von Augsburger Ledvance-Werk

Augsburg (dpa/lby) – Trotz der Pläne des Leuchtmittelherstellers Ledvance zur geplanten Schließung seiner zwei ehemaligen Osram-Werke in Augsburg und Berlin hofft die Augsburger Allianz für Arbeitsplätze auf eine Teilrettung für Schwaben. Das Gremium kam bei einer Sitzung am Dienstag zu der Einschätzung, dass es nicht unbedingt zu einer kompletten Standortschließung kommen müsse. Der Erhalt zumindest eines Teils des Standortes müsste möglich sein, sagte Augsburgs Zweite Bürgermeisterin Eva Weber (CSU) nach dem Treffen. In der Schwaben-Metropole sind rund 700 Beschäftigte von der geplanten Schließung betroffen.

Die Allianz regte «eine ernsthafte objektive Prüfung von Fortführungsszenarien» an. Sie appellierte an die Unternehmensleitung, «mögliche Alternativkonzepte zu prüfen und keine Ad-hoc-Maßnahmen zur Umsetzung der angekündigten Standortschließung durchzuführen». Die Allianz hofft, dass möglicherweise die Bereiche Maschinenbau und Logistik in Augsburg erhalten werden können.

In dem Gremium sind die Stadt Augsburg, die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, die Arbeitsagentur, der DGB und die IG-Metall vertreten. Die Allianz für Arbeitsplätze ist eine feste Einrichtung in Augsburg, die zweimal im Jahr tagt, aber auch kurzfristig wie jetzt zusammenkommen kann. An der Sitzung am Dienstag nahmen den Angaben zufolge auch zwei Vertreter des bayerischen Wirtschaftsministeriums teil.

Wenige Monate nach der Übernahme durch einen chinesischen Investor hatte Ledvance am Montag mitgeteilt, dass das Unternehmen mehr als die Hälfte seiner Arbeitsplätze in Deutschland abbauen will. Betriebsrat und IG Metall haben die Pläne scharf kritisiert.