Ein Justizbeamter steht in einem Gerichtssaal., © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbildarchiv

Angeklagter gesteht Geiselnahme und sexuelle Nötigung

In München steht ein Mann wegen Geiselnahme und besonders schwerer sexueller Nötigung vor Gericht. Er räumte am Mittwoch vor dem Landgericht München I ein, im Januar 2022 im Stau in das Auto einer Frau eingestiegen zu sein, sie mit einem Messer bedroht und entführt zu haben. Laut Staatsanwaltschaft versuchte er dann, sie zu vergewaltigen. Über seinen Anwalt räumte der 26-Jährige die Vorwürfe der Anklage «vollumfänglich» ein. 

Laut Anklage verriegelte der Mann die Türen und zwang die 25-Jährige, an einen entlegenen Ort zu fahren. Dort soll er sie gezwungen haben, sich auszuziehen bevor er versucht habe, sie zu vergewaltigen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft zitterte sie vor Angst – und floh schließlich nackt durch den Schnee. Noch heute leide sie sehr unter der Tat, sagte der Anwalt der Frau. Das Gericht wollte ihr darum die Aussage im Verhandlungssaal ersparen und kündigte darum an, eine per Video aufgezeichnete Aussage von ihr im Verfahren zu verwenden.  

Der Prozess hatte mit rund zweieinhalb Stunden Verspätung, weil das psychiatrische Krankenhaus, in dem der türkische Angeklagte sich derzeit aufhält, dessen Gerichtstermin vergessen hatte.