Der langjährige Chefarchivar Wilhelm Füßl zeigt das Laborbuch von Otto Hahn., © Peter Kneffel/dpa

Pergament und Atomprogramm: Im Archiv des Deutschen Museums

Ganze 4,7 Regalkilometer an Dokumenten umfasst die Archivsammlung des Deutschen Museums inzwischen. Darunter seien Geheimunterlagen zum Atomprogramm der Nationalsozialisten ebenso wie das Tagebuch eines Industriespions oder eine Pergamenthandschrift des Universalgelehrten Albertus Magnus aus dem Hochmittelalter, teilte das Natur- und Technik-Museum am Dienstag in München mit. Einblicke in die Sammlung gibt nun das Buch «Schatzkammer für Technik und Wissenschaft: Das Archiv des Deutschen Museums» von Wilhelm Füßl, der 29 Jahre lang Chefarchivar des Hauses war.

Zu den besonderen Schätzen zählt der 67-Jährige das unscheinbare Laborbuch Otto Hahns, in dem die Entdeckung der Kernspaltung und der Weg dahin dokumentiert ist. «In einer Nacht verändert sich die Welt», kommentierte Füßl beeindruckt. Von 1480 stammt ein «Feuerwerksbuch» mit Ideen für das Kriegshandwerk.

Besonders kostbar dürfte das «Physicorum Libri VIII» von Albertus Magnus aus dem 13. Jahrhundert sein, das älteste Stück der Sammlung. Das Deutsche Museum habe die Schrift einst bei einem Antiquariat gekauft, «für die heute lächerlich niedrig anmutende Summe von 500 Mark», sagte Füßl. «Ich denke schon, dass man da ein paar Nullen dranhängen dürfte.»