Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand., © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Mit Stangen geschlagen und geschossen: Gang vor Gericht

Sie sollen einen Kontrahenten mit Alustangen niedergeschlagen und mit einem Bauchschuss verletzt liegengelassen haben: Vier junge Männer zwischen 17 und 19 Jahren müssen sich seit Donnerstag vor dem Landgericht München I unter anderem wegen versuchten Mordes verantworten. Einem 25-Jährigen wird zudem Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung vorgeworfen. Alle Angeklagte äußerten sich zu Beginn des Prozesses weder zur Person noch zur Sache, wie eine Gerichtssprecherin sagte.

Das Motiv für den Angriff blieb somit zunächst weiter im Dunkeln. Laut Anklage war ein heute 19-Jähriger der Rädelsführer, als die vier Angeklagten gemeinsam den Plan schmiedeten. Der 25-Jährige war im Groben eingeweiht und informierte das Quartett, als er am 13. Januar 2022 mit dem späteren Opfer gemeinsam in der Wohnung eines Zeugen saß. Er war es auch, der die Türe öffnete, als es klingelte; der Geschädigte ging nach eigener Aussage davon aus, dass die Besucher Drogen von ihm kaufen wollten.

Stattdessen aber gingen drei der mit Sturmhauben und Handschuhen maskierten Angreifer unvermittelt mit rund einem Meter langen Alustangen auf ihn los – durch die große Wucht der Schläge verbog sich das Metall sogar. Wie es die Gruppe nach Überzeugung der Anklage vorab verabredet hatte, zückte der Rädelsführer im Anschluss eine Waffe und schoss dem Opfer in den Bauch, bevor die Angreifer überstürzt mit einem zuvor noch herbeigerufenem Taxi türmten. Das Opfer erlitt schwere Verletzungen am Dünndarm und musste notoperiert werden.

Für den Prozess gegen die allesamt in Untersuchungshaft sitzenden Angeklagten, die alle eine ausländische, vier davon auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, sind zehn Termine angesetzt. Das Urteil soll am 13. März fallen. Der Jüngste, der 17-Jährige, muss sich zudem wegen Drogenhandels verantworten.