Erzbischof von München und Freising Kardinal Reinhard Marx., © Sven Hoppe/dpa

Marx: Verwurzelung in Tradition keine Folklore

Kardinal Reinhard Marx hat nach der Beisetzung des emeritierten Papstes Benedikt XVI. an dessen Verwurzelung in der Tradition und zugleich an sein Streben nach Weiterentwicklung erinnert. «Wie oft ist das jetzt gesagt worden: «der bayerische Papst»», sagte Marx am Donnerstagabend bei einer Vesper mit deutschen Pilgern in Rom. Dabei gehe es aber nicht nur um Folklore.

Fest verwurzelt in der Tradition wie ein Baum, der seine Wurzeln habe, sich aber zugleich nach oben ausbreite, das bedeute Offenheit, für das was komme, und Neugier, sagte Marx in der deutschen Nationalkirche Santa Maria dell’Anima nach der großen Trauerfeier für Benedikt XVI. auf dem Petersplatz mit vielen bayerischen Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft, darunter Trachtler und Gebirgsschützen.

Benedikt XVI. sei immer tief in der Tradition gewesen, aber zugleich ausgestattet mit großem Wissen und einer unbändigen Neugier, sagte der Erzbischof von München und Freising.

«Tief verwurzelt in der Tradition und offen für Neues: Das ist ein Bild auch für die Kirche und die Christenheit», sagte der Erzbischof von München und Freising. Er bete darum, dass das Evangelium und der Glauben «weiter Leuchtkraft behält in unserem Vaterland». «Ich glaube, das würde Benedikt XVI. gefallen, wenn wir immer wieder auch um den Glauben unseres Vaterlandes beten.»

Schon an den Vortagen hatte Marx den gestorbenen Benedikt für sein Lebenswerk gewürdigt. Als Theologe habe er die Kirche lange und nachhaltig geprägt. Sein Vermächtnis werde weiterwirken.