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«Sabine» verliert an Kraft: Leben normalisiert sich

München (dpa/lby) – Nach den heftigen Stürmen des Orkantiefs «Sabine» normalisiert sich das öffentliche Leben in Bayern wieder. Polizei und Feuerwehr verzeichneten am Dienstag deutlich weniger wetterbedingte Einsätze als am Vortag. In Franken rollte der Bahnverkehr wieder weitgehend nach Plan. In Südbayern hingegen gab es noch Behinderungen, einige Strecken blieben zunächst gesperrt. Obwohl der Deutsche Wetterdienst (DWD) weiterhin vor orkanartigen Sturmböen von bis zu 100 Kilometern pro Stunde warnte, normalisierte sich auch der Flugbetrieb am Münchner Flughafen. Etwa 80 von 1000 Flügen sollten jedoch noch ausfallen.

«Aufgrund neuer aufkommender Sturmböen und Schneefall ist die Situation weiter angespannt», teilte die Deutsche Bahn (DB) am Vormittag mit. Im Laufe des Tages dürften jedoch zumindest bei der Münchner S-Bahn alle Strecken wieder freigegeben werden. Bei der Werdenfelsbahn blieb der Verkehr südlich von Weilheim jedoch zunächst unterbrochen, ebenso im Allgäu südwestlich von Buchloe sowie in den Bereichen rund um Kempten sowie Hergatz-Lindau.

Auch zwischen Günzburg und Mindelheim standen die Züge still. Bei der Südostbayernbahn waren einzelne Streckenabschnitte östlich und südlich des Mühldorfer Liniensterns noch wegen Sturmschäden blockiert. Auch beim Meridian und der Bayerischen Oberlandbahn gab es noch Probleme, wie die Bayerische Regiobahn mitteilte.

Bei der Deutschen Bahn hatten seit Montag rund 500 Einsatzkräfte an der Beseitigung von etwa 100 Störstellen gearbeitet – in aller Regel handelte es sich um umgestürzte Bäume. Auch die Polizei – etwa in Niederbayern – konstatierte: «Es lässt sich feststellen, dass es sich bei den angefallenen Einsätzen überwiegend um umgestürzte Bäume, abgerissene Äste oder sonstige Gegenstände, welche Straßen blockierten oder auf geparkte Fahrzeuge stürzten, handelte.»

Nach Vorhersagen des DWD sollte es im Freistaat vorerst weiter ungemütlich bleiben. Neben schweren – und in den Kammlagen der östlichen Mittelgebirge sowie auf Alpengipfeln auch orkanartigen – Sturmböen sollte es am Dienstag an den Alpen immer wieder regnen beziehungsweise schneien – am Vormittag fielen selbst in München dicke weiße Flocken. Bei kräftigen Schauern könne es auch im Flachland zu Glätte durch Schneematsch kommen, warnten die Meteorologen. Die Temperaturen bleiben zunächst weitestgehend mild.

In der Nacht zum Mittwoch sollten sich die Böen örtlich bis auf 60 Kilometer pro Stunde abschwächen. Durchs Mittelgebirge und auf den Alpengipfeln fegen dann aber weiterhin schwere Sturm- und orkanartige Böen von bis zu 100 Kilometern pro Stunde. Vereinzelt fallen Schnee-, Regen- oder Graupelschauer, auch Gewitter sind möglich. Nachts fallen die Temperaturen auf bis zu minus zwei Grad, in den Alpentälern bis auf minus fünf Grad. Die Meteorologen warnten örtlich vor glatten Straßen.

Nach teils erheblichen Verkehrsproblemen zum Wochenstart gab es in der Nacht zum Dienstag sowie am Vormittag kaum noch größere Probleme. Einige Straßen blieben jedoch aufgrund umgestürzter Bäume gesperrt, mancherorts wurden geparkte Autos beschädigt. Auch die Friedhöfe in München blieben «wegen der anhaltend schwierigen Witterungsverhältnisse» geschlossen – Trauerfeiern und Beerdigungen wurden nach Angaben der Stadt größtenteils abgesagt.

Das Orkantief «Sabine» hatte am Montag in Bayern das öffentliche Leben teils zum Erliegen gebracht. Mehrere Menschen wurden verletzt, meist blieb es aber bei leichteren Blessuren. Die Sachschäden waren erheblich. Die Deutsche Bahn hatte am Morgen nach dem Fernverkehr auch den Regionalverkehr eingestellt, an den Flughäfen wurden zahlreiche Flüge annulliert, fast alle Schulen blieben geschlossen, Veranstaltungen wurden abgesagt.