Die Mitarbeiterin eines Impfzentrums zieht den Corona-Impfstoff Nuvaxovid mit einer Spritze auf., © Matthias Balk/dpa/Symbolbild

Holetschek kritisiert Bund wegen Regelung zum Impfstatus

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat der Bundesregierung vorgeworfen, sie informiere die Bürger schlecht über gesetzliche Regelungen zum Corona-Impfstatus. Der Bund vergesse, «die Bevölkerung an entscheidenden Stellen rechtzeitig zu informieren und mitzunehmen», sagte Holetschek am Donnerstag in München. Dadurch drohe «im Herbst ein selbstverschuldetes Corona-Chaos, das die Menschen verunsichert und belastet».

Holetschek bezog sich auf eine Regelung im Infektionsschutzgesetz. Demnach gelten ab 1. Oktober nur noch Nachweise über drei Impfungen oder zwei Impfungen und ein Genesenennachweis als vollständiger Impfschutz. Bis zum 30. September sind lediglich zwei Nachweise vonnöten. Vielen Menschen, die bislang etwa nur zweimal geimpft sind, sei nicht bekannt, dass sie ab Oktober nicht mehr als vollständig geimpft gelten.

Die Statusänderung könne weitreichende Auswirkungen haben – etwa auf Beschäftigte, die in einer Einrichtung mit Impfpflicht arbeiten, gab der Minister zu bedenken. Spätestens wenn wieder Beschränkungen nach den 2G- oder 3G-Regelungen eingeführt würden, sei jeder davon betroffen. Dies sei jedoch «kaum bekannt, da der Bund es bisher nicht geschafft hat, die Menschen ordentlich aufzuklären», sagte Holetschek. Er kündigte an, dass Bayern eine eigene Impfkampagne starten werde.