Klaus Holetschek nimmt an der Pressekonferenz nach der Gesundheitsministerkonferenz teil., © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/Bildarchiv

Holetschek gegen Aufhebung Quarantänepflichten

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) kann den Vorschlag für eine Aufhebung aller Corona-Isolations- und Quarantänepflichten nicht nachvollziehen. «Der Vorschlag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung kommt zur Unzeit», teilte der Minister am Samstag in München mit.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hatte der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag) gesagt, alle Corona-Isolations- und Quarantänepflichten sollten bis auf weiteres aufgehoben werden. Dadurch würde die Personalnot vielerorts gelindert. «Wir müssen zurück zur Normalität. Wer krank ist, bleibt zu Hause. Wer sich gesund fühlt, geht zur Arbeit. So halten wir es mit anderen Infektionskrankheiten wie der Grippe auch.»

Holetschek mahnte: «Wir befinden uns jedoch in einer hochdynamischen Infektionslage. Im Herbst erwarten wir einen weiteren Anstieg der Infektionszahlen. Niemand weiß, welche Virusvariante dann vorherrschen wird.» Deshalb sollte man genau überlegen, ob es Sinn mache, die Regeln zur Isolation zu lockern. «Eine Corona-Infektion ist keine Privatsache. Es geht auch immer um den Schutz der Mitmenschen, die man anstecken könnte.»

Auch aus dem Bundesgesundheitsministerium kam sofort Widerspruch. «Infizierte müssen zu Hause bleiben. Sonst steigen nicht nur die Fallzahlen noch mehr, sondern der Arbeitsplatz selbst wird zum Sicherheitsrisiko», schrieb Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf Twitter.