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Handelsverband plädiert für noch mehr verkaufsoffene Sonntage – Verdi strikt dagegen

In Bayreuth soll es im September und im November jeweils einen verkaufsoffenen Sontag geben – sofern es die Corona-Lage in dieser Zeit zulässt. Der Bayerische Handelsverband sieht darin eine Möglichkeit, die Verluste, die durch die Pandemie entstanden sind, zumindest etwas aufzufangen. Bernd Ohlmann vom Handelsverband sagt, er halte es für sinnvoll, sogar noch mehr verkaufsoffene Sonntage zu veranstalten – und zwar jeden Sonntag.

„So können Sie vielen Unternehmen helfen, die gerade jetzt auf der Kippe stehen. Die vielleicht sogar vor dem Abgrund stehen. Vielleicht können sie ja doch überleben. Das ist ganz entscheidend in den kommenden Monaten: Wie geht es weiter?“

Bei einem solchen Vorschlag schrillen bei den Gewerkschaften natürlich die Alarmglocken. Paul Lehmann von Verdi in Bayreuth sagt:

„Ein zusätzlicher Öffnungstag würde nicht dafür Sorge tragen, dass die Verbraucher mehr Geld in der Tasche haben. Der Umsatz verteilt sich in der Woche nur anders. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Das, glaube ich, muss auch Beachtung finden.“

Außerdem gehöre der Sonntagsschutz zum Grundgesetz, so Lehmann weiter. Er sei ein Tag für Familie und Erholung und dürfe nicht zum Arbeitstag im Einzelhandel erklärt werden.

mso