Die Suche nach dem richtigen Anwalt – Darauf sollten Sie achten

Ob Ärger mit dem Vermieter, Streit mit dem Chef oder ein Kräfte zehrender Scheidungskampf – in Rechtssachen bedarf es meist der Expertenmeinung eines Anwalts. Da sich die meisten Mandanten bei einem Rechtsstreit in eine ungewohnte Situation begeben, ist es besonders wichtig, dass man sich einem Anwalt voll und ganz anvertrauen kann. Doch wie findet man einen guten Anwalt? Wir sagen Ihnen worauf Sie achten müssen und wie sie den richtigen Rechtsanwalt finden.

 

Wie findet man den richtigen Anwalt?

Die Frage, die sich als erstes bei einem Rechtsstreit stellt lautet: Wie finde ich einen guten Anwalt und woher weiß ich, dass er gut ist? Die Bundesrechtsanwaltskammer in Deutschland bietet Verbrauchern die Möglichkeit online die ersten Informationen rund um das Ernstgespräch und die Kontaktdaten der Anwaltskanzleien zu finden.

 

Auch bieten seit Jahren online Branchenbücher Rechtstipps und News und die Möglichkeit Anwälte in der Nähe vom eigenen Wohnort zu finden. Das experten-branchenbuch.de hat sich etwa auf Recht, Steuern und Wirtschaft spezialisiert. Das Branchenbuch YellowMap bietet auch Informationen zu Rechtsanwälten in kleineren Orten und Gemeinden und kann auch für Suchanfragen wie Rechtsanwälte in Neunkirchen Kontaktdaten generieren. Der Vorteil vieler Branchenbücher ist, dass zu der entsprechenden Auflistung von Rechtsanwälten in Ihrer Nähe oft auch eine Bewertung der Verbraucher und Auflistung der Zuständigkeiten vorhanden ist, die die Wahl des Rechtsvertreters erleichtern kann.

 

Was macht eine gute Rechtsbeziehung aus?

Der Anwalt ist so etwas wie ihr persönlicher Mitarbeiter, der im Gesetzesrahmen Ihre Interessen vertritt, daher sollten Sie unbedingt von Beginn an genau sagen, was Sie erreichen wollen und sich erwarten. Ehrlichkeit, Vertrauen und Realismus sind die Basis einer vernünftigen Rechtsbeziehung. Ein guter Anwalt lässt sich den Fall genau schildern, analysiert die Informationen und gibt Ihnen eine objektive Einschätzung zu den Erfolgsaussichten. Für eine realistische Einschätzung sind Informationen unabdinglich, daher gilt es unbedingt nichts zu verschweigen, was den Fall und dessen Ausgang in jeglicher Form beeinflussen könnte.

 

Juristisches Vorgespräch und Vorbereitungen

Bevor es zu einem Rechtsstreit kommt ist es ratsam sich in einem Vorgespräch juristisch beraten zu lassen. Das ist zwar kostenpflichtig, kann aber viel Zeit, Geld und am Ende auch Nerven sparen. Eine außergerichtliche Einigung ist immer ein Erfolg und in der Regel die beste Lösung für alle Beteiligten. Achten Sie immer darauf, dass der Anwalt, den Sie engagieren auf das von Ihnen benötigte Rechtsgebiet spezialisiert ist. Ein guter Anwalt für das Mietrecht muss nicht unbedingt ein guter Anwalt in einem Scheidungsfall sein und andersherum. Ein Rechtsanwalt wird nach Zeit und Arbeitsaufwand bezahlt, tragen Sie daher dazu bei, dass Sie gut vorbereitet in die Sitzungen gehen, indem Sie zum Beispiel einen etwaigen Schriftwechsel mitbringen, der Ihrem Anwalt einen besseren Einblick gewährt und halten Sie Ihren „Mitarbeiter“ immer auf dem Laufenden, wenn sich die Situation des Falls geändert hat. Bedenken Sie: Mehr Informationen bedeuten gleichzeitig auch bessere Erfolgsaussichten.

 

Was kostet ein Anwalt in der Regel?

Eins vorab: Es gibt generell keine günstigen oder kostenlosen Anwälte, da die Anwaltsgebühren gesetzlich durch das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt sind. Ausgeschlossen ist davon jedoch die Beratung vor dem eigentlichen Rechtsstreit und der Kontaktaufnahme mit der Gegenseite. Diese sind theoretisch vorab verhandelbar, wobei ein guter Anwalt die Summe jedoch erst beziffern kann, wenn er einen ersten Überblick über den Fall hat. Auch die Beratungsgebühr variiert nach dem Rechtsgebiet.

Bevor Sie einen Fachanwalt engagieren, sollten Sie sich die Preisgestaltung erläutern lassen, damit Sie wissen, was auf Sie zukommt.

Die Dauer des Verfahrens und der Arbeitsmitteleinsatz des Rechtsanwalts sind die bedingenden Faktoren für die Kosten, daher sollten Sie immer auf eine möglichst schnelle Einigung aus sein. Besonders wichtig ist es sich vorab über die eigene Rechtsschutzversicherung zu informieren, damit Sie wissen in welchen Fällen diese greift und welcher Teil der Kosten gedeckt sind.

 

Achtung vor Anwaltsbetrug!

Immer wieder werden Fälle von Anwaltsbetrug öffentlich, die vor allem dadurch entstehen, dass Mandanten Geld sparen wollen und auf einen günstigen Anwalt zurückgreifen. Bedenken Sie dabei jedoch, dass ein guter Anwalt sein Geld wert ist und auch Ihre Erfolgsaussichten beeinflusst.

Ein Auftrag an einen Rechtsanwalt ist ein Vertragsbündnis, das auf Mängel überprüfbar ist, daher besitzen Sie nach Rechtsprechung bei Betrug das Recht auf Schadensersatz, da Anwälte durch die Anwaltshaftung verpflichtet sind, Sie bestmöglich zu vertreten. Jede Rechtsschutzversicherung gewährt Kostenschutz, wenn ein Mandant durch einen anwaltlichen Fehler geschädigt wird. Diese Fehler lassen sich nicht immer sofort erkennen, doch es gibt Indikatoren, die Sie stutzig werden lassen sollten.

 

Ein gutes Rechtsbündnis wird durch fortwährenden Kontakt gewährleistet. Sollte dieser abbrechen und eine Kontaktaufnahme über einen längeren Zeitraum nicht möglich sein, ist das ein Anzeichen dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist. Sie sollten immer die Möglichkeit für eine Rücksprache innerhalb weniger Tage haben. Besonders optimistische Versprechungen, die auf keiner Rechtsgrundlage basieren, stellen sich am Verfahrensende meist als haltlos heraus und dienen lediglich dem Anwalt, um künstlich Ihr Vertrauen zu gewinnen. Ein guter und ehrlicher Anwalt sagt Ihnen auch die Punkte, bei denen Sie nicht im Recht sind!

 

Ein Vertrauensverhältnis ist gut und auch notwendig, aber lassen Sie es auf die berufliche Erfahrung, dem juristischen Fachwissen des Anwalts und allem voran der Rechtsgrundlage basieren.