Der Bayerische Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) spricht., © Nicolas Armer/dpa

Glauber dringt auf Sanierungskonzept nach Bauarbeiten

Nach womöglich unzulässigen Bauarbeiten an einem Wildbach in einem Naturschutzgebiet in den Allgäuer Alpen dringt Umweltminister Thorsten Glauber auf ein Sanierungskonzept. Ob die Schäden wirklich behoben werden könnten, «das muss man jetzt fachlich bewerten», sagte der Ressortchef (Freie Wähler) am Mittwoch im Rappenalptal bei Oberstdorf. «Der Rappenalpbach und das Tal sind für uns natürlich ein Juwel.»

Das betroffene Gebiet ähnelt nach Worten des Ministers einer Kraterlandschaft – vom einstmals verzweigten Bach mit seinem mäandernden Verlauf scheint nicht viel übrig. «Da gilt es jetzt aus meiner Sicht (…) aufzuarbeiten, wer für diese Veränderungen in diesem wunderbaren Naturraum letztendlich verantwortlich ist.»

Auch die Landtags-Grünen forderten am Mittwoch eine Aufklärung der Vorgänge. «Es wird Jahre brauchen, bis sich die Natur von dieser massiven Umweltzerstörung erholt hat – wenn das überhaupt gelingt.»

Nach Angaben des Bundes Naturschutz in Bayern (BN) wurde durch Baumaßnahmen ein «Wildbach als dynamischer Lebensraum auf rund eineinhalb Kilometern Fließstrecke zerstört». Der BN hat die Veränderungen bemerkt und öffentlich gemacht. Inzwischen prüfen mehrere Behörden, was am Rappenalpbach passiert ist.

Unbekannt ist, wer die Bauarbeiten beauftragt hat. Umweltschützer, Behörden und Strafermittler sind mit der Sache befasst. Für solche Eingriffe in Schutzgebiete gibt es laut Ministerium Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

Das Rappenalptal liegt im südlichsten Zipfel Deutschlands nur ein paar Kilometer von Österreich entfernt, es grenzt an das bekanntere Stillachtal.