Grillhähnchen sind in einem Imbisswagen zu sehen., © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Falsche Hähnchen: Betriebe weisen Vorwurf zurück

Zwei Geflügelschlachtbetriebe aus Bayern und Baden-Württemberg stehen im Verdacht, jahrelang falsche Bio-Hähnchen in den Handel gebracht zu haben. Die Landshuter Staatsanwaltschaft hat deswegen bei einer großen Razzia in den beiden Bundesländern sowie auch in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen Unterlagen sichergestellt.

Die beiden Betriebe wiesen die Vorwürfe «vollumfänglich und mit Nachdruck» zurück. Die Qualität der Produkte sei zertifiziert und werde ständig überprüft. «Die Qualität unserer Produkte ist sichergestellt. Gerade vor diesem Hintergrund, werden wir alles dafür tun, dass wir die Vorwürfe gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft zeitnah vollumfänglich aufarbeiten und aus der Welt räumen», heißt es in der Stellungnahme.

Es werde gegen sechs Personen, vier Männer und zwei Frauen, wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs und von Verstößen gegen das Lebensmittelrecht ermittelt, sagte der Sprecher der Landshuter Staatsanwaltschaft, Alexander Ecker, am Donnerstag. Es handele sich um die Unternehmensverantwortlichen. Die beiden Betriebe sollen miteinander in geschäftlichen Verbindungen stehen. Der eine sitzt im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn. Zum Standort des zweiten Betriebes machten die Ermittler bisher keine konkreten Angaben.

Die Staatsanwaltschaft hatte Mitte dieses Jahres eine anonyme Anzeige erhalten und daraufhin Untersuchungen begonnen. Es gebe den Verdacht, dass die Beschuldigten seit Anfang 2018 konventionelles Hähnchenfleisch und Hähnchen insbesondere zu «Geprüfte Qualität Bayern-, Bio-, und Naturland-Ware» umdeklariert haben, um mit den Gütesiegeln höhere Preise zu erzielen. «Weiter besteht der Verdacht, dass aufgetaute Hähnchen fälschlicherweise als Frischware etikettiert veräußert worden sein sollen», erläuterte Oberstaatsanwalt Ecker.

Außer den zwei Schlachthöfen wurden am Mittwoch auch Räume von Geschäftspartnern durchsucht, insgesamt waren 150 Einsatzkräfte an 24 Orten im Einsatz. Insbesondere Buchhaltungsunterlagen und Lieferscheine wurden beschlagnahmt. Die Auswertung werde nun einige Zeit in Anspruch nehmen, sagte Ecker. Bei der Kripo in Passau wurde dafür eine Ermittlungsgruppe gebildet.