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Coronavirus bringt Prozess gegen Logopäden durcheinander

Würzburg (dpa/lby) – Der Prozess gegen einen Logopäden wegen schweren sexuellen Missbrauchs behinderter Buben in Würzburg wird in der Corona-Krise für zwei Tage ausgesetzt. Ein Verfahrensbeteiligter sei nach Anordnung des Gesundheitsamtes bis nächsten Dienstag in Quarantäne, teilte das Landgericht Würzburg am Donnerstag mit. Aus Datenschutzgründen könnten keine weiteren Auskünfte zur Person und zum Grund der Quarantäne gemacht werden.

Die für Montag und Dienstag geplanten Verhandlungen finden nun nicht statt. Am Mittwoch (8. April) soll das Verfahren fortgesetzt werden. Geplant sind an diesem Tag die Vernehmung einer Polizistin sowie der Vortrag des psychiatrischen Gutachters und der kinderpsychologischen Gutachterin.

Angeklagt ist ein 38-Jähriger. Der Sprachtherapeut soll jahrelang sieben Jungen in seinen Praxen und bei Therapiestunden in zwei Kindergärten sexuell missbraucht haben, in 66 Fällen davon schwer.

Die betroffenen Kinder sind körperlich und/oder geistig behindert, können gar nicht oder nur wenig sprechen. Manche von ihnen waren laut Staatsanwaltschaft erst zwei Jahre alt, als sich der Angeklagte an ihnen vergriff. Viele trugen damals noch Windeln.