Eine Frau geht am Ostbahnhof an einem digitalen Fahndungsplakat vorbei., © Peter Kneffel/dpa

BKA weitet Fahndung nach Kinderleichenfund in Donau aus

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat am Donnerstag die Fahndung nach den Tätern im Fall einer in der Donau entdeckten Kinderleiche intensiviert. Wie die für die Ermittlungen zuständige Ingolstädter Kripo bereits angekündigt hatte, wurde der Fahndungsaufruf bundesweit auf digitalen Informationsbildschirmen, die beispielsweise in Bahnhöfen ansonsten Nachrichten oder Werbung verbreiten, gezeigt. Zudem nutzte das BKA soziale Netzwerke, um auf den Fall aufmerksam zu machen.

«Kinderleiche aus der Donau – Kriminalpolizei Ingolstadt und BKA bitten um Mithilfe», hieß es in den Aufrufen auf Facebook oder Twitter. Andere Behörden sowie weitere Nutzer verbreiteten die Fahndungsaufrufe dann ebenfalls weiter. Zahlreiche Männer und Frauen in den Netzwerken kommentierten den Aufruf und zeigten sich sehr betroffen. «Sehr traurige Nachrichten, sehr wütende Nachrichten, wir müssen zusammenarbeiten, um diese Kriminellen zu fangen», schrieb beispielsweise ein Facebook-Nutzer.

Der Leichnam des Jungen im Vorschulalter war im Mai 2022 in der Nähe von Ingolstadt entdeckt worden. Die Identität sowie die Todesursache sind bis heute unklar. Es wird vermutet, dass das Kind umgebracht wurde. Denn die Leiche war verpackt und mit einem Stein im Fluss versenkt worden. Der Körper lag bei der Entdeckung bereits eine längere Zeit, möglicherweise mehrere Monate, im Wasser.

Die Polizei hat eine Ermittlungsgruppe gegründet. Doch ein Abgleich mit vermisst gemeldeten Kindern aus dem In- und Ausland blieb bislang erfolglos. Anfang Dezember 2022 wurde der Fall in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY… ungelöst» vorgestellt. Nach der Fernsehfahndung gingen zwar mehr als 60 Hinweise ein, eine konkrete Spur ergab sich allerdings nicht. Da im Herbst eine spezialisierte Rechtsmedizinerin das Gesicht des unbekannten Buben rekonstruieren konnte, gibt es seit einigen Wochen ein Fahndungsfoto des Opfers.