Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, nimmt an einer Pressekonferenz teil., © Armin Weigel/dpa/Archivbild

Bedford-Strohm: Respekt vor Lebenswerk des früheren Papstes

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat Papst Franziskus und der katholischen Kirche seine «herzliche Anteilnahme» am Tod des emeritierten Papstes Benedikt XVI. ausgesprochen. «Ich habe großen Respekt vor dem Lebenswerk des früheren Papstes. Ganz besonders vor seiner theologischen Gelehrsamkeit. Viele Bücher zeugen davon», teilte er am Samstag mit.

Benedikt habe sich immer um den ökumenischen Dialog bemüht und beim Zustandekommen der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre 1999 mit den lutherischen Kirchen eine wichtige Rolle gespielt. Jedoch, so Bedford-Strohm, falle die Bilanz bei der Ökumene gemischt aus. Die Erklärung «Dominus Jesus», die der damalige Kardinal Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation 2000 veröffentlicht habe, habe «Verletzungen hinterlassen, die nachgewirkt haben».

Denn: «Dort heißt es, die protestantischen Kirchen seien nicht «Kirche im eigentlichen Sinne». Die damit verbundene Vorstellung, dass die katholische Kirche die eigentliche Kirche ist und anderen Kirchen nur «kirchliche Gemeinschaften», ist kein wirklich tragfähiges Konzept von Ökumene», schrieb der Landesbischof.

Stelle man die Begriffe Liebe und Wahrheit, die sowohl Benedikt als auch Franziskus besonders wichtig seien, nebeneinander, dann liege bei Benedikt die Betonung eher bei der Wahrheit und bei Franziskus bei der Liebe, so die Einschätzung Bedford-Strohms.

«Das ist etwa auch relevant für die Frage des gemeinsamen Abendmahls. Will man erst alle theologischen Lehrfragen abschließend klären, bevor ein gemeinsames Abendmahl möglich ist?» Oder fordere die Gemeinschaft, die Liebe, die Beziehung ein Voranschreiten? «Als Papst Franziskus einmal in der evangelischen Gemeinde in Rom nach Fortschritten beim gemeinsamen Abendmahl gefragt wurde, sagte er: «Sprecht mit dem Herrn und geht voran.» Diesen Satz hätte Papst Benedikt so vermutlich nicht gesagt.»