Augsburger Bischof begrüßt Erklärung des Vatikans

Der Augsburger Bischof Bertram Meier hat das Verbot des Vatikans von weitgehenden Reformen deutscher Katholiken im Alleingang begrüßt. «Ich finde es gut», teilte er in einer ersten Reaktion mit, «dass der Heilige Stuhl sich zu dieser Erklärung entschlossen hat. Das zeigt zunächst, dass man sich in Rom sehr dafür interessiert, was in Deutschland geschieht.» Der Bischof hatte in der Vergangenheit selbst vor zu weitgehenden Reformen gewarnt und unter anderem erklärt, dass es keine Perspektive für die Zulassung von Frauen zum Priesteramt gebe.

Der Heilige Stuhl hatte in der am Donnerstag veröffentlichten Erklärung klargestellt: «Der „Synodale Weg“ in Deutschland ist nicht befugt, die Bischöfe und die Gläubigen zur Annahme neuer Formen der Leitung und neuer Ausrichtungen der Lehre und der Moral zu verpflichten.» Der Vatikan lädt die deutschen Katholiken jedoch ein, ihre Vorstellungen in den derzeit ebenfalls laufenden synodalen Prozess der Weltkirche einzubringen.

«Der Heilige Stuhl bremst nicht den Synodalen Weg, aber er versucht, ihn zu kanalisieren und von der Weltkirche anreichern zu lassen», sagte Meier am Donnerstag. «Wir werden eigentlich nur daran erinnert, was katholische Kirche bedeutet – nämlich nicht in einem einzelnen Land national unterwegs zu sein, sondern unsere Gedanken in die gesamte Weltkirche einzubringen und in der Weltsynode im Herbst 2023 diskursfähig zu machen. Und das ist gut.»

Der 2019 begonnene Synodale Weg der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ist eine Konsequenz aus dem Missbrauchsskandal. Er strebt Reformen in vier Bereichen an: beim Umgang mit Macht, bei der katholischen Sexualmoral, der Position der Frauen und der verpflichtenden Ehelosigkeit der Priester (Zölibat).