Augsburg erwägt Drosselung der Temperatur im Krematorium

In Zeiten sprunghaft steigender Gas-Preise erwägt die Stadt Augsburg eine Drosselung der Temperatur in ihrem Krematorium. Eigentlich schreibt das Bundesimmissionsschutzgesetz in Anlagen zur Feuerbestattung eine Mindesttemperatur von 850 Grad vor. Mit einer Sondergenehmigung des stadteigenen Umweltamtes könnte die Temperatur aber eventuell auf 750 Grad abgesenkt werden.

Nach Angaben des Anlagenerbauers sei das technisch grundsätzlich möglich, wie die Stadt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. «Eine Sondergenehmigung wurde noch nicht beantragt, wird jedoch in Erwägung gezogen», sagte der Referent für Umwelt und Gesundheit, Reiner Erben. Aktuell befinde man sich in Abstimmung mit dem Erbauer und den Stadtwerken.

Wie viel durch die abgesenkte Temperatur eingespart werden könne, konnte die Stadt noch nicht genau sagen, allerdings sei die Einsparung finanziell gesehen «deutlich bemerkbar». Das stadteigene Krematorium liegt innerhalb des Westfriedhofes.

München und Nürnberg äußern sich zu einer möglichen Temperaturabsenkung zurückhaltender und verweisen auf die gesetzliche Vorgabe von 850 Grad. Hier habe die Stadt keine Handlungsmöglichkeit, heißt es aus dem Referat für Umwelt und Gesundheit in Nürnberg. Aus Sicht des Münchner Gesundheitsreferats ist eine niedrigere Verbrennungstemperatur zudem nur in Krematorien mit älterer Technik sinnvoll.