Schwester André ist im Alter von 118 Jahren gestorben., © Nicolas Tucat/AFP/dpa

Ältester Mensch der Welt gestorben – Französin wurde 118

Der älteste Mensch der Welt, die französische Ordensschwester André, ist gestorben. Eine Sprecherin des Altenheims der als Lucile Randon geborenen Frau bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass die Dame in der Nacht von Montag auf Dienstag starb. Sie wurde 118 Jahre alt, wie der Bürgermeister ihres südfranzösischen Wohnorts Toulon, Hubert Falco, auf Twitter schrieb.

Die Gerontology Research Group listete Schwester André seit Ende April vergangenen Jahres als ältesten lebenden Menschen. Schon zuvor galt sie als älteste Europäerin. Mit ihrem Tod rückt in dem Ranking der Vereinigung von Forscherinnen und Forschern nun die in den USA geborene und in Spanien lebende Maria Branyas Morera mit 115 Jahren auf den Platz des ältesten Menschen der Welt.

Das Sterben fürchtete sie nicht

Schwester André wurde am 11. Februar 1904 in Alès geboren. Sie erlebte zwei Weltkriege, den Ausbruch der Spanischen Grippe und überlebte auch mehrere Infektionen mit dem Coronavirus. Angst habe sie während der Pandemie nicht gehabt, weil sie das Sterben nicht fürchte, sagte sie nach ihrer Genesung dem Sender BFMTV.

Der älteste Mensch der Welt zu sein hatte für die Ordensfrau auch einen bitteren Nachgeschmack. Dem Sender BFMTV sagte sie, es erfülle sie mit Stolz, sei aber auch ein Desaster. «Das ist eine traurige Ehre. Ich habe das Gefühl, dass ich besser im Himmel wäre und der liebe Gott mich nicht will.» Ihr Sprecher David Tavella schrieb nun auf Linkedin über den Tod Schwester Andrés: «Ich bin traurig, aber glücklich für sie, weil sie zu ihrem geliebten Bruder wollte.»

Ein Stück Schokolade am Tag

Trotz ihres hohen Alters blieb die Ordensfrau lange aktiv. «Man sagt, dass Arbeit tötet. Bei mir lässt die Arbeit mich leben. Ich habe bis zum Alter von 108 Jahren gearbeitet», zitierte der Sender BFMTV Schwester André. Versüßt hat ihr das Leben demnach ein Stückchen Schokolade am Tag.

In ihrer Jugend war die Französin als Hauslehrerin tätig und reiste dafür aus einem kleinen südfranzösischen Dorf in die Großstadt Paris. Erst mit Anfang 40 trat sie in eine Ordensgemeinschaft ein.

Zuletzt saß Schwester André im Rollstuhl, seit einigen Jahren sah sie nicht mehr gut. Sie ist Ehrenbürgerin der Stadt Toulon, wo sie seit etlichen Jahren im Heim lebte. Bürgermeister Falco würdigte sie als «unglaublich modern» und eine «Nonne mit großem Herzen».