Münchens Trainer Michael Köllner steht im Stadion., © Robert Michael/dpa/Archivbild

Blitzstart der «Löwen» rettet Köllners Job: «Hat gut getan»

Im wilden Schneegestöber nahm Michael Köllner den Befreiungsschlag des TSV 1860 München eiskalt hin. Ohne eine Miene zu verziehen und mit Händen in den Hosentaschen, erlebte der Fußball-Lehrer die ersten Sekunden nach dem erlösenden 3:1 gegen den abstiegsbedrohten FSV Zwickau. Der erste Liga-Sieg seit Oktober versetzte nicht nur die fast 15.000 Münchner Fans im ausverkauften Grünwalder Stadion in Euphorie, er wendete auch Köllners Aus als «Löwen»-Coach vorerst ab.

«Das darf man jetzt nicht so auf meine Person beziehen», befand der Trainer des kriselnden Fußball-Drittligisten nach dem Lichtblick inmitten der sportlichen Krise. «Es war grundsätzlich viel Druck im Kessel. Umso erleichterter ist man als Mannschaft und als Verein, dass wir heute das Spiel gewonnen haben.»

Mit einer beeindruckenden Leistung in der Anfangsphase trotzten die Münchner den Spekulationen um ein vermeintliches Endspiel für Köllner jäh und stoppten ihren wochenlangen Abwärtstrend in der 3. Liga. «Wir wollten nach der Negativserie unbedingt eine Reaktion hier zu Hause zeigen. Das hat heute richtig gut getan», sagte Torschütze Fynn Lakenmacher.

Die Vereinsführung hatte in einem Krisengipfel eine Reaktion von Köllner und der gesamten Mannschaft gefordert. Dass Geschäftsführer Günther Gorenzel allerdings schon so früh in der Partie auf seine Kosten kommen sollte, hatte er wohl selbst nicht erwartet. Gerade einmal 28 Sekunden waren gespielt – die Choreo und das Feuerwerk der Münchner Fans waren noch in vollem Gange -, da traf Neuzugang Raphael Holzhauser in seinem ersten Spiel vor Heimpublikum für die Sechzger.

Das ausverkaufte Grünwalder Stadion tobte und hatte sich soeben beruhigt, als Lakenmacher (7.) in einer furiosen Anfangsphase nachlegte. «Als Spieler versuchst du das auszuschalten», sagte der 22-Jährige angesprochen auf die Trainer-Debatte. «Ich konzentriere mich auf meinem Job und der ist, auf dem Platz 100 Prozent zu geben.»

Ohnehin bescheinigte Köllner allen seiner Akteure auf dem Feld einen herausragenden Job an diesem Spieltag. Auch Martin Kobylanski, der in der 42. Minute auf 3:0 erhöht hatte. Der Anschlusstreffer der Zwickauer durch Dominic Baumann (56.) konnte die Münchner Stimmung nicht trüben.

«Jeder Spieler von uns hat einfach eine Riesenqualität. Wir waren unheimlich bissig in den Zweikämpfen und die Mannschaft wollte von der ersten Sekunde an», analysierte Köllner. Der Job des angezählten Trainers ist zumindest vorerst gerettet. Doch am Ziel ihrer Aufstiegsträume sind die Münchner als Tabellenfünfter noch lange nicht.